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Wie der Phönix aus der Asche

In mir brennt ein dunkler Schatten
schwelend wie des Feuers Glut
da wo sonst im schlagend´ Herzen
wahre Nächstenliebe ruht

Einsam geh ich unter Menschen
trostlos, leidgeprägt und taub
für den fahlen Klang der Hoffnung
auch für den, der an mich glaubt

Auf den blutgetränkten Scherben
meiner eig´nen Existenz
schneiden sich Bewusstseinskerben
in die Seelenpestilenz

Vage singt in mir das Streben
nach dem strahlendhellen Licht
so das neuentfachtes Leben
durch die Dunkelschichten bricht

Wie der Phönix aus der Asche
der dem schwarzen Sud entfliegt
will ich bloss und reingewaschen
frei sein, bis die Nacht obsiegt

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Denke und dann lenk´ Dein Leben

Immer ist´s dieselbe Leier
Lug wird in Betrug gezwängt
von den Unwahrheiten heiser
wird Reales weggedrängt

Keiner will den Lügen glauben
die man uns so dreist serviert
während man den Glauben raubend
jede Wahrheit massakriert

Trotzdem folgen wir gleich Schafen
blindlings allem was uns führt
wie bei jedem Neuzeitsklaven
merzt man aus was uns berührt

Denke und dann lenk´ Dein Leben
hör´ nie auf in Deinem Glanz
nach der Unabhängigkeit zu streben
wach jetzt auf und zieh Bilanz

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Traumgespinste

Einsam woben Schicksalsspinnen
filigrane Traumgespinste
oben auf des Berges Zinnen
in der sternenklaren Nacht

Emsig spannen sie die Netze
aus dem zarten Stoff des Schlafs
der wie ungebor´ne Schätze
tief in unsren Seelen ruht

Nur der Mond schaute dem Treiben
dieser kleinen Spinnen zu
wie sie Traumgespinste schreibend
woben bis der Tag anbrach

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Dunkelträume

Sternlos ist der schwarze Himmel
wenn der Tod auf Dunkelschwingen
kreischend über jene Hügel schwebt
auf denen einst Gehängte hingen

In der Stille hört man leise
wie er wimmert, faucht und tobt
wie er auf sehr schrille Weise
kehlig Grabeslieder probt

Dreist stört er die Totenruhe
ruft das Unheil aus der Gruft
und aus ungezählten Särgen
steigt markant der Leichenduft

Fern des Schlafs vernehm´ ich vage
aus gar nebulösen Weiten
herzergreifend wehgeklagte
Echos aus vergang´nen Zeiten

Furchtvoll lausche ich dem Singsang
einer todgeweihten Nacht
wenn der schwarzbeschwingte Schnitter
über Dunkelträume wacht

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Just another truth

Es wird wärmer
während es kälter werden soll
an sich ist das toll
ginge die Welt nicht vor die Hunde
zu Grunde, weil die zerstörerische Runde
namens Mensch die Zeichen nur ungern anerkennt

Zu bequem geworden, um selbst zu denken
obwohl wir die Gefahren deutlich kennen
die im kleinen beginnen
bei uns, dem Mensch höchst selbst
der sich wirklich gern im Sud der Faulheit wälzt
und dabei ausschließlich sich selbst gefällt

Ohne zu zögern nehmen wir hin
dass die Lüge zum Opium des Volks geworden ist
dass der Schäfer seine Schafe frisst
anstatt sie zu hüten, zu schützen
sie in ihrem Sein zu unterstützen
ist das die Welt, in der Du leben willst?

Ist das das Land,
in dem eine geschundene Seele heilen kann?
Nichts wird Dir geschenkt,
stattdessen wirst Du gelenkt
weg vom eigenen selbst
bis Du Deine eigenen Werte verkennst

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Das Seelenheim

Einsam will das Blattwerk tanzen
das, vom Sturmwind sanft erfasst,
fortweht über tote Pflanzen
denn der Sommer ist verblasst

Kälter wird’s in den Gestaden
Vater Frost ist wieder da
mit ihm singt der Wind Balladen
heulend, stöhnend, sonderbar

Stille hält im Erdreich Einzug
bald holt uns der Winter ein
dann, im ungestümen Schneeflug,
soll´s warm glüh´n, das Seelenheim

Oh, wie gerne würd´ ich tanzen
mit dem Blattwerk um die Wett´
nur vom Sturmwind fortgetragen,
hin zu meinem Blütenbett

Hin wo meine Träume schlummern
manchmal sogar ungeträumt
da, wo sich mein Herze wummernd
an den Lebenswillen säumt

Dort will ich den Herbst verbringen
ohne Leid, Betrug und Not
jeden kalten Tag bezwingen
da, wo mir kein Unheil droht

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Laute Worte

Oft denke ich
an vergangene Tage
an laute Worte
und ich jage
schwarzen Erinnerungen nach.

Niemals war es leicht
oder gar seicht
doch wir lebten
und liebten
bis Dir der letzte Atem entweicht.

Heute erkenne ich
und es ist fürchterlich
trotz lauter Worte
nie etwas gesagt zu haben.

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Kennst Du es?

Kennst Du dieses laute Schweigen
während Dich die Stille trägt
und die Gischt vergang´ner Leiden
tiefe Wunden in Dich schlägt?

Kennst Du dieses kühle zittern
wenn die Hoffnung langsam stirb
hinter grauen Seelengittern
wo der Tod ums Leben wirbt?

Kennst Du diese Todeskälte
die aus Einsamkeit besteht
und was Dich einst so sehr prägte
nur noch Schmerzen in sich trägt?

Wenn die Tränen auf den spitzen
Scherben der Vergangenheit
sich in die Gedanken ritzen
trostlos, weinend, kennst du es?

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Worte schreiben, Zeilen pinseln

Worte schreiben, reimen, bluten
hauchzart, lieblich konserviert
weis geformt und hart geschmiedet
dann mit Herzensblut serviert

Zeilen pinseln, dichten, atmen
Wort wurde an Wort gewebt
für die Nachwelt festgehalten
und für manche vorgelebt

Sätze flechten, formulieren
aus dem Leben inszeniert
so sitzt meine Welt in Szene
stets von Neuem inspiriert

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Nimmermehr!

Auf der Welt herrscht Grabesstille
Böses trägt der Herbstwind hin
wo sich dunkle Mächte recken
fern von jedem Geistessinn

Hin ins Land der Dunkelträume
jenseits vom Gedankenmeer
da wo Raben tief in Kerkern,
krächzend schreien:

Nimmermehr!

Längst vergess´ne Fabelwesen
schleichen durch die Nebel dort
kriechen nur zu Samhain wieder
aus dem schwarzen Hort empor

Angeführt vom fin´stren Schnitter
ruchlos, grausam, frei von Ehr
hör doch, wie er höhnisch wimmert
laut und schrill ein:

Nimmermehr!

Knarrend öffnen sich die Pforten
von der Dunkelheit verhüllt
dann, wenn sich die Grenzen lichten
weinen Kinder angsterfüllt

Hinter nebulösen Schatten
heult ein Geist, ganz stolz und hehr
bis zum Mond hin soll es klingen
sein Versprechen:

Nimmermehr!

Einst, in einer dieser Nächte
lag auf mir des Schnitters Blick
längst um Hoffnungen betrogen
starb ich dann am Galgenstrick

Langsam schwanden meine Sinne
die Gedankenwelt wurd´ leer
rasch entstieg die Seel´ dem Körper
und mein Herz schlug:

Nimmermehr!

Schaurig sang der Sturmwind Lieder
als ich da am Galgen hing
leblos und erniedrigt baumelnd
in der Nacht zu Halloween

Angelockt von meinem Sterben
nahte mir das Totenheer
trostlos sagte ich zum Leben
still und leise:

Nimmermehr!